Nebenwirkungen bei Anabolika

Wenn aufgrund eines erwünschten Muskelwachstums Anabolika sehr hoch dosiert werden (ein Vielfaches der normal vorkommenden Testosteronmenge), dann können auch eine Vielzahl von kurz- und langfristigen Nebenwirkungen entstehen:

  • Entzündungen von Talgdrüsen und Haarfollikeln, es bildet sich eine Akne (Pickel).  Bei dieser Form, die meist auf den Rücken zu finden ist, spricht man von „Steroid Akne“.
  • Abszesse (durch falsch ausgeführte Inkektionen)
  • Verstärktes Schwitzen
  • Entwicklung von weiblichen Brüsten bei Männern (der Körper wandelt die meisten Anabolika zu Östrogen, dem weiblichen Sexualhormon, die sogenannten Gynäkomastie entsteht. Sie muss meist operativ behandelt werden).
  • Bei Jugendlichen, die sich noch im Wachstum befinden, besteht unter der Einnahme von anabolen Sterioden die Gefahr, dass sich die Wachstumsfungen schließen und das Längenwachstum stoppt.
  • Leberschäden können auftreten, bis hin zur Entwicklung von Leberkarzinomen
  • Schädlicher Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, zum Beispiel Bluthochdruck, Arteriosklerose (die sogenannte „Adernverkalkung“),
  • Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt,
  • Verschlechterung der Blutfettwerte,
  • Funktionsstörungen des Herzens (sehr viele Profibodybuilder müssen sich deshalb am Herzen operieren lassen)
  • Psychische Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Depressionen, aggressives Verhalten bis hin zu Wutausbrüchen
  • Bei dafür genetisch veranlagten Männern vermehrter Haarausfall und Glatzenbildung
  • Bei Frauen zunehmende Vermännlichung, männliche Behaarungsmuster, teils irreversibel veränderte tiefe Stimme, außerdem Menstruationszyklus-Störungen bis hin zur Unfruchtbarkeit.
  • Bei Männern führt die Zufuhr von männlichen Hormonen dazu, dass aufgrund körpereigener Regelkreise die Eigenproduktion stark gedrosselt oder gestoppt wird: Hodenschrumpfung, Schädigung der Samenproduktion, veränderte Libido und Erektionsstörungen können die Folge sein.

Problematisch ist auch, dass Anabolika verboten sind und daher meist über einem Schwarzmarkt vertrieben werden. Niemand kann wissen, welche Qualität ein Schwarzmarktprodukt hat, was es genau enthält und ob es nicht vielleicht mit weiteren, schädlichen Substanzen verunreinigt ist. Angebliche Qualitätsaussagen der Untergrundlabore sind nicht mehr als Schall und Rauch…

Es ist zu vermuten, dass viele der Nebenwirkungen nicht oder nicht komplett reversibel sind, dass sich also manche Veränderungen auch nach Jahren nicht mehr auf das normale Maß zurück bilden.

Kein Wunder also, dass der Missbrauch von Anabolika bei einer finnischen Studie zu einer 4-5 fach höhere Sterblichkeitsrate in den darauf folgenden 12 Jahren bei Kraftsportlern, die Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre zu den besten in ihren Klassen gehörten, geführt hat. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10834358?dopt=Abstract). Das Argument, dass ein Bodybuilder relativ schadlos Anabolika nehmen kann, da er ja Sport treibt und sich gesünder als die Durchschnittsbevölkerung ernährt, ist nicht mehr als der Versuch einer Rechtfertigung ohne medizinischem Hintergrund!

Auch wenn in Internet-Foren immer wieder anderes behauptet wird:

Es gibt keinen „sicheren“ Anabolikakonsum, keine „harmlose“ Dosierung und keine Kur, die dem Körper nicht schadet!

 

Neben all den angeführten Nebenwirkungen kann die wiederkehrende Einnahme von Anabolika auch zur Abhängigkeit führen. Gerade nach dem Absetzen der Produkte ist die Gefahr dafür besonders groß, weil die durch die „Kur“ gewonnene Muskulatur sehr schnell verloren gehen kann. Dies hat oft zur Folge, dass die Substanzen erneut konsumiert werden und sich die Missbrauchsspirale weiter dreht.